Adipositas im 21. Jahrhundert – ein komplexes Gesundheitsthema

Adipositas ist ein komplexe Krankheit, die sowohl genetische als auch nicht genetische Ursachen hat. Neben der genetischen Disposition beeinflusst vor allem eine adipogene Umgebung (Fastfood, Fertiggerichte, große Portionsgrößen und nicht ausreichend sättigende, energiereiche Lebensmittel) die Prävalenz dieser Krankheit (nach DGE, 2013).


Erfolgreiches Gewichtsmanagement mit begleitgender Gesundheitsoptimierung verlangt eine realistische, nachhaltige, interdisziplinäre sowie besonders Menschenzentrierte Behandlungsstrategie. Kurzfristige „Quickfix“ Lösungen mit der Fokussierung auf schnellem Gewichtsverlust sind im Allgemeinen nicht nachhaltig und führen meist zum befürchteten „Jo-Jo-Effekt“.


„Wir wissen aus jahrzehntelanger Erfahrung, das die Gesellschaft, die Regierung und die Medien, aber auch leider viele Gesundheitsprofis das komplexe Gesundheitsproblem Übergewicht und Adipositas oft nur auf Bequemlichkeit, Überkonsum zurückführen und damit die Betroffenen stigmatisieren. Es fehlt die Einsicht, das Adipositas eine chronische Krankheit ist, die das ganze Leben lang beachtet/behandelt werden muß.“ (nach Dr. Sharma, 2013)


Übereinstimmend wird von Wissenschaftlern, Ärzten und Therapeuten festgestellt, dass die Ursachen für Adipositas im relativ hohen Lebensstandard, dem wachsenden Informationsfluss, einer zu hohen, qualitativ ungünstigen Energieaufnahme bei abnehmenden Energieverbrauch durch den herrschenden Bewegungsmangel zu suchen sind, welche die Lebensweise und den Gesundheitszustand negativ beeinflussen.

Die neuesten Angaben des statistischen Bundesamtes/RKI von 2014 zeigen, dass Übergewicht, Adipositas, Herzschwäche, Diabetes, Burn-Out und Depression zunehmen und sich als Volkskrankheiten weiter ausbreiten. Heute sind 67% der Männer und 53% der deutschen Frauen übergewichtig, davon 23% der Männer und 24% der Frauen stark übergewichtig (adipös).


Der Betroffene selbst ist oft gefesselt im „krankmachenden, sitzenden“ Lebensstil, den ja fast die gesamte Gesellschaft vorlebt. Es ist zwingend erforderlich, neue maßgeschneiderte Strategien mit dem Betroffenen zu entwickeln und alternative Wege zu gehen, die dem Einzelnen in seiner besonderen Lebenssituation helfen, seine Gewohnheiten zu verändern und damit selbst dazu beizutragen, seine Lebensqualität und seine Gesundheit zu verbessern.

Aus ernährungspsychologischer Sicht gilt es, dem eigenen Schuldgefühl Betroffener mit großer Wertschätzung zu begegnen und auch bei Rückschlägen mit Verständinis zu unterstützen.


Aus Sicht der Sportmedizin trägt der fortschreitende Bewegungsmangel in einer technisierten Umwelt einen großen Teil zu einer Chronisierung des Übergewichts bei. Bei der Etablierung eines aktiven Lebensstils trägt Bewegung und Sport entscheidend bei, nicht nur durch Ausgleich der Energiebilanz, sondern durch wertvolle psychosomatische Wechselwirkungen, wie Förderung der Körperwahrnehmung und Aufbau des Selbstbewußtseins sowie der Selbstwirksamkeit. Besonders wichtig ist die stresslösende Wirkung von Bewegung:

„Menschen, die regelmäßig Sport treiben, können die kleinen Freuden des Lebens offenbar mehr genießen: das Zusammensein mit Freunden, Mahlzeiten, Bücher, ein lächelndes Gesicht auf der Straße. Es scheint, als falle es ihnen leichter zufrieden zu sein.“ (nach D. Servan Schreiber, Die neue Medizin der Emotionen, 2003)
 

Aktuell: viele haben in der Corona-Pandemie zugenommen

Die Corona Krise hat den Kampf gegen die Pfunde besonders erschwert, die Kontakteinschränkungen in allen Lebensbereichen machen einsam, so isst man aus Frust oder zum Trost. Spezielle Adipositasgruppen, Vereine, Fitnessstudios und Schwimmbäder sind geschlossen. Hinzu kommt der Bewegungsmangel im Alltag durch Homeoffice. Viele Menschen mit Adipositas werden nach der Corona-Zeit wieder von vorne anfangen müssen, es sind auch bestimmt viele neue Fälle dazugekommen. Das belegen auch Studien mehrer deutschen Universitäten.

Die Philosophie bei allen Maßnahmen sollte sein: Jedes Leben ist einzigartig und jeder muss für sich den richtigen Weg und die richtige Struktur für ein aktives Leben finden und diese dann aber auch langfristig beibehalten.

Wichtig ist zu wissen, das man garnicht so viel tun muss, entscheidend ist die Regelmäßigkeit. Der Weg der Veränderung: Fit und gesund zu werden, jeden Tag bewußt und mit neuer Freude zu erleben und abzunehmen.
 
Herzlichst Ute Haas

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Bewegung ist die beste Medizin. Kostenlos und ohne Nebenwirkungen

Prof. Dr. h.c. mult. Wildor Hollmann

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